Informationen und Tipps

... für Aussteller und solche die es werden wollen,
    ... für Zuschauer
        ... für Ausstellungsbegeisterte und auch für die Skeptiker unter Ihnen

 

"Warum Hundeausstellungen?"  -  "Kann ich das auch?"   -   "Was muss mein Hund können?"   -   "Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?"

Wenn dies auch Ihre Fragen sind oder Sie als Zuschauer auf einer Rassehunde-Ausstellung nicht verstehen können warum gerade "der Hund" platziert wird und nicht jener, den Sie und andere Zuschauer doch viel schöner finden, dann helfen Ihnen nachfolgende Informationen vielleicht die Hürde zur eigenen Teilnahme an einer Ausstellung zu überwinden oder als Zuschauer mehr zu sehen und zu verstehen von dem, was da in einem Bewertungsring vor sich geht. Zuchtschauen sind das Fenster zur Kynologie. Es geht nicht um Schönheit, nicht um Show. Es geht um Bestandsaufnahme und Beurteilung der Ergebnisse in der Rassehundezucht, es geht um unsere Hunde.

Voraussetzungen

Abstammung des Hundes
Auf VDH-Ausstellungen werden Rassehunde, die aus VDH-/ FCI-Zuchten stammen, ausgestellt.
Die FCI - Fédération Cynologique Internationale ist der weltweite Dachverband für Hundezüchter und -Sportler, dem auch der VDH -Verband für das Deutsche Hundewesen angehört. Dort ist für jede Rasse eine genaue Beschreibung der Merkmale hinterlegt. Die Merkmale dieser Beschreibung charakterisieren die Rasse bezüglich Anatomie, Verhalten und Kondition.
Aus der Ahnentafel des Hundes ist ersichtlich, ob der Hund aus einer FCI-/VDH-Zucht stammt.
Hunde, die auf ein Ausstellungsgelände gebracht werden, müssen selbstverständlich geimpft sein. Der Impfpass ist mit zu führen.

Alter des Hundes
Das Mindestalter beträgt 6 Monate, damit der Hund in der Klasse der jüngsten Ausstellungsteilnehmer starten kann.
Das Höchstalter für eine Ausstellungsteilnahme ist nicht begrenzt.

Organisation, Ablauf, Klasseneinteilung der Hunde, Bedeutung der Formwertnoten und weitere Details finden Sie in der Rassehunde-Ausstellungsordnung des VDH.
(Download hier)

 

Worauf kommt es an? Wer gewinnt?

Ausgehend vom Rassestandard wird der ausgestellte Hund mit den charakterisierenden Standardmerkmalen verglichen und beurteilt. Das hier ganz unterschiedliche Kriterien wichtig sein können, wird deutlich, wenn man an die Anforderungen denkt, die an unterschiedliche Hunderassen gestellt werden. Dabei spielt das Verhalten ebenso eine Rolle wie körperliche Merkmale.

Entscheidend ist ob und wie weit der Hund dem Rassestandard entspricht. Es geht also um eine objektive sachliche Bewertung und nicht wie häufig angenommen um Schönheit. Denn was als schön empfunden wird, hängt vom individuellen Geschmack des Betrachters ab und da gibt es bekanntlich viele Meinungen. Das letzt endlich mehrere  Richter insbesondere bei der Platzierung der Hunde zu unterschiedlichen Ergebnissen  kommen, hängt von der Wichtung der Beurteilungskriterien durch den Richter und von der Tagesform des Hundes ab.  Da können dann schon einmal individuell unterschiedliche Meinungen der Richter entstehen, die Nuancierungen der Bewertung ausmachen. Die Grundeinschätzung des Hundes wird jedoch kaum variieren.  Unter diesem Blickwinkel leuchtet es ein, warum oft nicht die Hunde platziert werden, die das Publikum doch so schön fand.

Was muss man bzw. Mann, Frau und  Hund können?

Der oder die Vorführende sollten mit dem Hund vertraut sein und ihn sicher führen und vorführen können. Am besten gelingt dies natürlich dem, der auch im Alltag mit dem Hund arbeitet. Natürlich soll nicht verschwiegen werden, dass es professionelle Hundevorführer gibt, die auf Grund ihrer Erfahrungen fast jeden Hund perfekt präsentieren können. Doch auch sie haben einmal angefangen und Hunde und deren Präsentation ist ihre Passion.

Der Hund sollte die Regeln des Grundgehorsams beherrschen. Ist er sozial verträglich und Kontakt mit Menschen und Hunden gewöhnt, so besitzt er die Grundvoraussetzungen für eine Vorführung im Ring. 

Die Hunde werden zunächst in der Gruppe im Ring vorgeführt. Meist lässt der Richter die Gruppe ein oder mehrere Runden laufen und verschafft sich so einen Überblick zum Gesamteindruck der Hunde. Dann ist jeder Hund einzeln vorzuführen. Dabei ist er im Stand und in der Bewegung zu präsentieren.
Der Richter kontrolliert das Gebiss und bei den Rüden das Vorhandensein beider Hoden. Das können Sie im Vorfeld mit Ihrem Hund üben! Wichtig ist beim Üben, dass diese Kontrolle immer mit dem gleichen Kommando und nicht nur durch Sie bzw. immer die gleiche Person erfolgt. Wenn dies anfangs schwierig sein sollte, bleiben Sie mit Ruhe und Gelassenheit "am Ball". Das Beherrschen dieser Kommandos kann im Alltag sehr nützlich sein, wenn sich bspw. ein Fremdkörper im Gebiss verklemmt hat, im Verletzungsfall usw.

Zum Vorführen in der Bewegung wird der Richter Sie mit dem Hund diagonal auf einer Geraden von sich weg und wieder auf sich zu laufen oder ein Dreieck laufen lassen. Der Hund sollte dabei ohne Zwang locker mit Ihnen laufen, nicht hüpfen und springen. Versuchen Sie also die Geschwindigkeit zu finden in der Ihr Hund gleichmäßig läuft. Auch dies sollte man schon mal ausprobiert haben.
Soll der Hund im Stand präsentiert werden, stellen Sie sich so vor den Richtertisch bzw. Richter, dass der Hund zwischen Ihnen und dem Richter steht. Achten Sie dabei darauf, das der Abstand zum Richter groß genug ist, dass er die Gesamterscheinung des Hundes mühelos betrachten kann.
Setzt sich Ihr Hund oder legt er sich gar hin, so führen Sie ihn einfach noch einmal um und sich herum um ihn dann im richtigen Moment zu stoppen und erneut in den Stand zu bringen. Der Körper sollte Spannung haben, der Kopf aufmerksam gehoben sein, Ohren und Rute der Rasse gemäß gestellt und getragen werden. Idealer Weise sollte der Hund dabei ruhig und gelassen sein.

Dass so eine Präsentation des Hundes nicht von Anfang an perfekt klappt, liegt auf der Hand. In der Jüngsten oder Jugendklasse erwartet das ganz sicher auch niemand. Aber Übung macht den Meister und dies gilt für den Hund wie für den Vorführenden!

Und noch ein kleiner Tipp zum Outfit! Hund und Mensch sollten als "gepflegtes Team" auftreten. Ein ungepflegter Hund macht keinen guten Eindruck! Als Mensch sollte man auf einen farblichen Kontrast der eigene Bekleidung zum Hund achten. Also bei einem hellen Hund eher dunklere Farbtöne und bei einem dunklen Hund selbst hellere Farben tragen. So kommt die Erscheinung des Hundes besser zur Geltung.

Bitte denken Sie bei allem was Mensch und Hund können sollten, dass Ihr Hund sich an Ihnen orientiert. Er erwartet von Ihnen, dass Sie ihm sagen was er tun soll! Sind Sie aufgeregt, so ist es auch Ihr Hund. Sind Sie unsicher, so wird er es auch sein. Je gelassener Sie mit Ihrem Hund in den Ring gehen, desto entspannter wird er sich zeigen. Es gibt immer ein erstes Mal und auch ein Champion ist nicht seit seiner ersten Ausstellung ein Champion! Lassen Sie sich also nicht entmutigen! Vertrauen Sie in die Arbeit, die Sie in die Erziehung und Ausbildung Ihres Hundes investieren. Trauen Sie sich und ihm zu auf Ausstellungen  erfolgreich zu sein! Doch vergessen Sie dabei nie, es gibt viele gute Hunde, platziert werden können maximal vier.

 

  Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und in erster Linie Spaß bei der Teilnahme an Ausstellungen ob nun im oder am Ring!